Mehr Kapital der betrieblichen Altersversorgung für die Transformation – Fachgespräch mit E.ON

9. Juli in Berlin, in Kooperation mit E.ON

Hohes Potenzial, bislang nicht strategisch gehoben

Der übergreifende Eindruck aus der Diskussion: Das Potenzial von bAV-Kapital für Infrastruktur- und Transformationsassets ist gerade mittel- bis langfristig hoch – wird aber aktuell nicht strategisch in die Frage eingebettet, wie langfristig orientiertes privates Kapital systematisch für die Transformationsfinanzierung verfügbar gemacht werden kann. Die Dynamik rund um Infrastrukturassets als Anlageklasse ist groß, jüngste regulatorische Anpassungen der Anlageverordnung wirken grundsätzlich positiv, und einzelne Akteure befinden sich bereits im Austausch – bislang jedoch meist projektbezogen statt strukturell. Ein wiederkehrendes Stichwort war das „Pooling“ auf Projekt-, Daten- und Strukturebene als wichtiger Erfolgsfaktor für eine skalierte Mobilisierung. Eine weitere Barriere ist die Verfügbarkeit strukturierter Transparenz über investierbare Projekte und Kapitalangebot.

Fünf Handlungsfelder aus der Diskussion

  • Projektpipeline: Eine zentrale, transparente Projektübersicht fehlt bislang in Deutschland – ist aber Voraussetzung für effiziente Risikoeinschätzung und verstärkte Mittelbereitstellung. Erfahrungen aus Dänemark, den Niederlanden und Großbritannien können hier Orientierung bieten.

  • Gemeinsames Verständnis: Ein Mapping des Ökosystems – Regulierungsbezüge, Akteursrollen, Schnittstellen, Abhängigkeiten zwischen Kapitalangebot und -bedarf – würde helfen, Handlungsbedarfe zu priorisieren, zu koordinieren und auch kommunikativ tragfähigere Anknüpfungspunkte zu schaffen.

  • Regulatorische Kohärenz: Die Akteursstruktur der bAV ist vielschichtig, die regulatorischen Anforderungen sind es ebenso. Offene Fragen bleiben etwa die konkretisierten Bafin-Vorgaben, die Berücksichtigung von Infrastrukturinvestments im Sicherungsvermögen von Versicherungen und in aufsichtsrechtlichen Vorgaben.

  • Investierbarkeit im Einzelfall: Bei einzelnen Assetklassen – etwa neu aufzubauenden Fernwärmenetzen – erschweren regulatorische Inkohärenz und zeitlich versetzte Cash-Flow-Strukturen die Finanzierung, gerade in frühen Phasen.

Aus bestehenden Projekten lernen: In Deutschland gibt es bereits erfolgreich umgesetzte Projekte zwischen bAV-Akteuren und Infrastrukturseite. Die Frage, was sich daraus für eine skalierte, standardisierte Strukturierung übertragen lässt, war ein zentraler Diskussionspunkt.

Ausblick

Der Workshop machte deutlich, dass alle Seiten von einer strukturierteren, besser skalierten Mobilisierung profitieren würden – und dass zentrale Barrieren bestehen, die einzelne Akteure allein nicht lösen können. Wir freuen uns, den Austausch mit E.ON und den beteiligten Partnern aus bAV, Infrastruktur und Finanzwirtschaft in einem Folgeworkshop im Herbst fortzusetzen.

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