Transformationsfinanzierung im Fokus
9. Juli 2025, in Kooperation mit der PRI
Gemeinsames Webinar mit den Principles for Responsible (PRI) Investment beleuchtet europäische und regionale Perspektiven
Die Dekarbonisierung der europäischen Wirtschaft erfordert massive Investitionssummen, die zum Großteil aus privatem Kapital mobilisiert werden müssen. Doch während Strategiepapiere wie der EU Green Deal, der Clean Industrial Deal (CID) oder der Draghi-Bericht den Bedarf klar benennen, mangelt es in der politischen Praxis oft noch an der konkreten Umsetzung. Das Webinar bot hierfür eine Plattform, um Best Practices und notwendige Rahmenbedingungen zu identifizieren.
Strategische Leitplanken für Investierbarkeit
Den Auftakt machte Martin Stavenhagen (Policy Specialist, PRI). Er präsentierte zentrale Erkenntnisse aus dem Dialog mit Investoren. Ein Kernergebnis: Investierbarkeit entsteht vor allem durch Politikkohärenz. Er betonte drei wesentliche Säulen:
Regulatorische Planungssicherheit, um langfristige Kapitalzusagen zu ermöglichen.
Sektorale Transformationspfade, die als Navigationshilfe für Investitionsentscheidungen dienen.
Einen systematischen Informationsaustausch zwischen Politik, Real- und Finanzwirtschaft.
Made in Germany 2030: Den Wirtschaftsstandort krisenfest machen
Im zweiten Teil stellten Kristina Jeromin und Matthias Kopp, die Leiter der Initiative „Made in Germany 2030“, ihren Ansatz vor. Die Initiative arbeitet an der Schnittstelle zwischen Real- und Finanzwirtschaft, um sektorale Transitionspläne zu entwickeln, die nicht nur ökologisch, sondern auch wettbewerbs- und widerstandsfähig sind. Ziel ist es, der Politik Impulse für einen regulatorischen Rahmen zu geben, der echte Anreize für Investitionen in den Industriestandort Deutschland setzt.
Dialog: Von der Theorie zur Best Practice
In der abschließenden Diskussionsrunde wurden kritische Fragen zur Effizienz des Austauschs vertieft. Die Teilnehmer waren sich einig:
Investoren als Schlüsselakteure: Sie sind nicht nur Kapitalgeber, sondern auch Gradmesser für die Qualität industriepolitischer Zielbilder.
Effizienzsteigerung: Der Aufwand im Datenaustausch zwischen Realwirtschaft und Finanzsektor muss reduziert werden, um die Transformationsgeschwindigkeit zu erhöhen.
Mehrebenen-Ansatz: Eine erfolgreiche Finanzierung gelingt nur, wenn die Rahmenbedingungen auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene ineinandergreifen.
Fazit
Das Webinar unterstrich, dass die Transformation eine gemeinsame Anstrengung aller Akteursgruppen bleibt. Die vorgestellten Best-Practice-Beispiele zeigten jedoch deutlich: Wo klare sektorale Pläne auf verlässliche Politik treffen, wird Kapital mobilisiert.